Lighthouse Berlin



TU-Berlin, WS 96/97, Lehrstuhl Prof.Dr.M.Throll, Dipl.-Ing.S.Rahf und Dipl.-Ing.Th.Hölker,
Institut für Entwerfen, Städtebau und Archtektursoziologie.
Teamarbeit von: Lars Jakoby, Ulrich Terberger, Gerald Dietzsch

Leitidee: Haus im Haus
Block im Block
Hof im Hof


In der Oranienburger Straße in Berlin Mitte soll ein Gebäude für Menschen geplant werden, die HIV infiziert oder an AIDS erkrankt sind. In diesem Haus arbeiten Personen, die sozial beraten, Hilfestellung geben, ärztliche Betreuung in der Tagesklinik und Physiotherapie anbieten und seelsorgerisch den Weg der Krankheit gemeinsam mit ihren sterbenden Patienten gehen wollen.
Dieses Haus ist städtebaulich an einen Wohnriegel angegliedert, in dem sich neben Eigentumswohnungen und Gewerberäumen auch Appartements befinden, die kurzfristig an Angehörige der Hospizpatienten und langfristig an Aidspatienten vergeben werden können. Außerdem sollen in diesem Haus Mietwohnugen angesiedelt werden.


Entwurf:

Das Hospiz soll eine kubische Form einnehmen, mit der einen Ecke unter den Riegel geschoben. Die Funktionen des Lighthouse ergeben sich aus seiner Orientierung zu den verschiedenen Höfen. Der nordwestliche Teil am Tacheles und an der belebten Oranienburger Straße birgt die öffentlichen Bereiche wie Ausstellung, Café, Saal, Seminarräume und eine Bibliothek. Der südöstliche Teil, den Wohnhöfen zugewandt, beherbergt die privaten Bereiche wie Tagesklinik, Beratung, Projekträume und Büros. Die verschiedenen Bereiche werden durch separate Zugänge erschlossen. Dadurch wird eine Vermischung der verschiedenen Zonen vermieden und eine Rückzugsmöglichkeit ins Private gewährleistet. Inmitten der Funktionsbereiche liegt der private, atriumartige Innenhof mit Wasserspielen, der nur von den Wohngebäudeteilen erschlossen wird.


Die vorgefundenen Blockrudimente werden durch stellenweise verdichtete, stellenweise aufgelockerte Blockrandbebauung zu einer Einheit verbunden. So kann der Betrachter die Folge der Höfe und damit die räumliche Dimension der Bebauung erfahren. Öffnungen zu den abgeschirmten Höfen sind enger ausformuliert als die öffentlichen oder halböffentlichen Zugänge zum Blockinnern. Der Blockrand wird an der Oranienburger Straße durch die Tachelesruine und durch die auskragende Neubebauung und deren eingefaßten Luftraum definiert. Unter die Öffnung des auskragenden Wohnriegels schiebt sich das Lighthouse. Es ist um 45 zur Oranienburger Straße und zum Wohnriegel verschwenkt.
Die schwebende Fortsetzung des Wohnriegels endet ca. 10 Meter vor der "Kaptain Nemo" Wand (Tacheles) und verstärkt den monumentalen Charakter des Tacheles als Mahnmal des Krieges.
Der Luftraum unter dem Kragarm des Wohnriegels bildet einen Übergangsraum zum Blockinnern, den die sich vorschiebende Nordspitze des Lighthouse in zwei Zonen unterteilt. Der westliche Bereich bildet den Übergang zum öffentlich durchwegten Tacheles-Skulpturenpark; der östliche Bereich bildet den Zugang zum halböffentlichen und privaten Teil des Lighthouse. Ein Wasserbasin verhindert hier den Zugang zum Blockinnern, ermöglicht jedoch einen Einblick.

Im Blockinnern befindet sich eine Abfolge von Höfen unterschiedlicher Charaktere:

Durch die Stellung des Solitärs (Hospiz) zu den übrigen Bebauungselementen werden die Höfe und deren Öffnungen zueinander und zum Stadtraum unterschiedlich, entsprechend ihres privaten und öffentlichen Charakters definiert.



Modellfoto

Innenraumperspektive, Foyer       Home